Biodiversität/Rainforest Alliance/Tourismus

In Ecuador entwickeln indigene Gemeinschaften nachhaltige Tourismusangebote weiter

Am 9. August war der Internationale Tag der indigenen Völker. Wir möchten auch jenseits dieses Datums unsere Arbeit mit indigenen Gemeinschaften auf der ganzen Welt vorstellen. Heute berichtet David Dudenhoefer über ein Projekt mit einer Reihe von Tourismusunternehmen in Ecuador.

Die Lodges und Gästehäuser indigener Gemeinschaften in Ecuador bieten Touristen einen einzigartigen Einblick in die jahrtausendealte Kultur und  die beeindruckende Artenvielfalt des Landes. Doch nicht alle Lodges können einen Service und Komfort gewährleisten, den internationale Reisende des „reichen Nordens“ so häufig verlangen. Um den indigenen Gemeinschaften zu helfen, ihr Tourismusgeschäft weiterzuentwickeln, zusätzliche Einkommenspotenziale zu erschließen und einen effektiveren Umweltschutz zu betreiben, arbeitet die Rainforest Alliance mit der Huaorani Ecolodge, der Kapawi Ecolodge, der Sani Lodge, der Secoya Lodge und dem Napo Wildlife Center zusammen. Dabei geht es auch darum, die Angebote vor Ort einerseits zu optimieren – jedoch immer so, dass so naturschonend wie möglich gearbeitet wird – und andererseits um die Vermittlung authentischer Angebote an „verwöhnte Kunden“.

Die Sani Lodge schützt und bewirtschaftet eine über 143 Quadratmeilen große Fläche tropischen Regenwalds – die größte in Ecuador. © Sani Lodge

Im Februar lud die Rainforest Alliance Vertreter verschiedener Reiseveranstalter, wie Life Adventure, Country Walkers, Holbrook Travel und Journey Latin America sowie den deutschen Veranstalter DERTOUR (Rewe Touristik) ein, die Lodges zu besuchen. Außer der Erwägung, die Lodges in ihre Kataloge aufzunehmen, gaben die Veranstalter den örtlichen Lodge-Managern zahlreiche Anregungen, wie auf einfache Weise der Komfort für Gäste verbessert werden könnte.

„Wir sind offen für alles, was die Reiseanbieter und Kunden vorschlagen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg im Tourismus“, findet Jiovanni Rivadeneira, Generaldirektor des Napo Wildlife Center, einer Lodge, die von der Añangu Gemeinschaft geführt wird. Sie erhielt Tipps, wie die Qualität der Bungalows oder der Komfort per se gesteigert werden könnte, ohne allzu große Kompromisse beim Ressourcenschutz zugestehen zu müssen. Zudem gab es Anregungen, wie Wanderwege effektiv sauber zu halten sind und an welchen Punkten die Ausbildung örtlicher Gäste- und Naturführer weiter verbessert werden könnte.

Weil die Añangu Gemeinschaft das Fischen und Jagen untersagt hat, kann man im Napo Wildlife Center eine große Vielfalt an Pflanzen und Tieren erleben. © Napo Wildlife Center

25 Angestellte der Lodge, alles Mitglieder der indigenen Gemeinschaft, hatten außerdem die Möglichkeit, ein Praktikum im JW Mariott Hotel in Ecuadors Hauptstadt Quito zu absolvieren. Dort konnten sie eigene Ideen sammeln, wie im Hotelbetrieb Küche, Restaurant, Housekeeping oder Instandhaltungsservices optimiert werden können.

„Wir hoffen, dass der Austausch mit Veranstaltungsprofis und Hoteliers der Gemeinschaft bei der Weiterentwicklung ihres Angebots hilft“, erklärt Veronica Muñoz, Managerin des Rainforest-Alliance-Programms für nachhaltigen Tourismus in Ecuador. „Wir glauben, dass solche Initiativen einen guten Beitrag dazu leisten, den indigenen Gemeinden Mehreinnahmen zu ermöglichen – auch vor dem Hintergrund, dass ihr Erfahrungsschatz mit der volltechnisierten Welt oft noch recht jung ist. Es geht dabei immer auch darum, den Reichtum kultureller Vielfalt der oftmals als Naturvölker lebenden Gruppen und Stämme zu erhalten sowie die Biodiversität von Pflanzen und Tieren im Interesse der lokalen Gruppen vor negativen und irreversiblen Einflüssen zu schützen.“

Mehr Informationen zu nachhaltigen Reisemöglichkeiten gibt es bei www.sustainabletrip.org

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