Landwirtschaft/Rainforest Alliance/SAN

Signifikantes Wachstum für das Jahr 2010

Trotz fortschreitender wirtschaftlicher Instabilität in vielen Ländern: Eine wachsende Zahl von Herstellern liefert dem Weltmarkt verstärkt nachhaltig erzeugte Produkte, wie es von Verbrauchern mehr und mehr nachgefragt wird. Gleichzeitig fordern Verbraucher von Herstellern konsequent mehr Transparenz hinsichtlich des Ursprungs von Rohwaren und der einzelnen Fertigungsschritte entlang der gesamten Lieferkette. So wächst auch der Bedarf an Nachhaltigkeitsaudits und -zertifizie­rungen durch unabhängige Dritte.

Dies erklärt auch das beträchtliche Wachstum der Rainforest Alliance, einer internationalen Non-Profit- und Naturschutzorganisation, die heute für das Jahr 2010 bei all ihren Program­men Erfolg vermeldete, darunter in der „nachhaltigen Forstwirtschaft“ (sichtbar durch das FSC-Siegel), der „nachhaltigen Landwirtschaft“ (sichtbar durch das Rainforest-Alliance-Certified™-Siegel), dem „nachhaltigen Tourismus“ (in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen) und im Kampf für einen effektiven „Klimaschutz“.

„Wir sind stolz darauf, dass sich unser Engagement für den Naturschutz und den Erhalt der Artenvielfalt auszahlt und auf aktuell mehr als 70 Länder ausgeweitet werden konnte“, so Tensie Whelan, Präsidentin der Rainforest Alliance.

In der Landwirtschaft standen Rainforest Alliance Certified™-Farmen zum Jahreswechsel für über 708.200 Hektar nachhaltig bewirtschaftete Landfläche.

Das Bild zeigt ein von der Rainforest Alliance zerzifizierte Teefarm in Ruande ©Adam Gibbon

Das Bild zeigt ein von der Rainforest Alliance zerzifizierte Teefarm in Ruande ©Adam Gibbon

Tee von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen wird mittlerweile in elf Ländern angebaut. 2010 wurden mehr als 120.000 Tonnen Tee auf zertifizierten Flächen produziert. Das entspricht einem Zuwachs von 53 Prozent  gegenüber 2009 und etwa 3,2 Prozent der gesamten weltweiten Teeproduktion.

Einen bedeutenden Erfolg 2010 markierte die Schulung von 200.000 Kleinbauern auf den SAN-Standard in Kenia, Ruanda und Malawi.

Ab 2015 wird Unilever den gesamten Tee für Lipton Teebeutel von Plantagen beziehen, die von der Rainforest Alliance zertifiziert sind. Bereits 2010 kam der Tee für Lipton Yellow Label und PG Tips in Westeuropa aus zertifiziert nachhaltigem Anbau. Auch die Verpflich­tung von Tetley, dem weltweit zweitgrößten Teeunternehmen, für Produkte der eigenen Marke bis 2016 allen Tee nur noch von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen zu beziehen, ist ein Meilenstein.

Annähernd 56.000 Tonnen Rainforest Alliance Certified™-Kakao wurden 2010 erzeugt. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr mehr als einer Verdreifachung des Produktions­volumens. In Großbritannien hat Mars seine Schokoladenmarke Galaxy mit dem grünen Frosch-Siegel eingeführt, und Tesco, die größte Supermarktkette in Großbritannien, hat Schokolade­riegel seiner Eigenmarke gelauncht, die zu 100 Prozent Kakao von zertifizierten Farmen enthalten. Unter anderem in Deutschland verkauft Kraft Foods „Côte d’Or“-Tafel­schoko­laden, die das Siegel „Rainforest Alliance Certified™“ tragen. Darüber hinaus führen ausgewählte „Magnum“-Eissorten von Unilever für ihren Kakaoanteil aus nachhaltiger Erzeugung das Siegel mit dem grünen Frosch. Weitere Sorten sollen folgen.

Gemeinsames Entwicklungsvorhaben mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen
Bei der Expansion einer nachhaltigen Kakaowirtschaft wird die Rainforest Alliance künftig eine noch größere Rolle spielen. Bereits im März 2011 hatten das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP (United Nations Environment Programme) und die Rainforest Alliance ein 6-Jahres-Abkommen unterzeichnet. Hauptziel des gemeinsamen Vorhabens soll eine nach­haltige Veränderung der bislang gängigen Produktionspraktiken in wichtigen Kakao anbauenden Ländern der Erde sein. Konkrete Projektziele sind: 10 Prozent der Weltkakao­produktion (350.000 Tonnen Kakao, angebaut von 250.000 Bauern auf 750.000 Hektar Farmland) sollen auf nachhaltige Erzeugung umgestellt werden, die nachweislich zum Erhalt der Artenvielfalt in tropischen Ökosystemen beiträgt. Es soll zudem ein Volumen von 165.000 verkauften Tonnen Kakao erzielt werden, ausschließlich erzeugt von zertifizierten Farmen. Die Projektdauer ist auf sechs Jahre festgelegt – von Januar 2011 bis Dezember 2016 – und wird in zehn Ländern umgesetzt.

Weitere Erfolge in der Landwirtschaft sind die ersten Zertifizierungen von Zuckerrohr-Farmen in Brasilien und El Salvador und die Einführung eines neuen SAN-Standards für nachhaltige Rinderhaltung in den Tropen.

Farmer bei der Kaffee-Ernte in Nicaragua © Rob Goodier

Farmer bei der Kaffee-Ernte in Nicaragua © Rob Goodier

Wie bereits im März 2011 vermeldet, wurden im vergangenen Jahr rund 220.000 Tonnen Rohkaffee auf  Rainforest Alliance zertifizierten Farmen erzeugt. Das entspricht einer Steigerung von 30 Prozent gegenüber 2009. Kaffee von Rainforest Alliance Certified™- Farmen stellt geschätzte 2,5 Prozent des weltweiten Kaffeemarktes dar, und das Volumen des 2010 verkauften Kaffees mit dem grünen Frosch-Siegel stieg gegenüber dem Vorjahr um 31 Prozent auf 114.884 Tonnen.

2010 hatte sich Nestlé im Rahmen des „Nescafé Plan“ dazu verpflichtet, bis 2020 insgesamt 90.000 Tonnen Kaffee von Farmen zu beziehen, die den Sustainable Agriculture Network-Standard (SAN-Standard) erfüllen. Der SAN-Standard ist auch die verpflichtende Grundlage für alle Farmen, die das Siegel „Rainforest Alliance Certified™“ erhalten wollen. American Airlines serviert seit dem vergangenen Jahr 100 Prozent „Rainforest Alliance Certified™- zertifizierten Kaffee auf allen Flügen. Die führende Coffee-Shop-Kette „Costa Coffee“ in Großbritannien verpflich­tete sich zu einer hundert­prozen­tigen Umstellung ihrer beliebten „Mocha Italia“-Mischung. In der Schweiz enthält Kraft Foods‘ Kaffeemarke Jacobs „Médaille d’Or“ nur noch Bohnen, die zu 100 Prozent von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen stammen. In Japan tragen nun auch die etablierten Kaffeesorten der „Ueshima Coffee Co.“ das Siegel mit dem grünen Frosch, und an über 18.000 japanischen Getränke­automaten auf Bahnhöfen und an Autobahnraststätten gibt es Rainforest Alliance Certified™-Kaffee.

Im letzten Jahr haben sich zudem 768 Unternehmen neu registriert, um Erzeugnisse von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen zu erwerben oder zu verkaufen, was einem Zuwachs von 24 Prozent gegenüber 2009 entspricht. Damit stieg die Zahl registrierter Unternehmen auf mehr als 2.400 Betriebe.

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