Tourismus

Enrique G de la G: Ewige Flammen in Ecuador

Papageien in Amazonía ©Felipe Arteaga

Papageien in Amazonía ©Felipe Arteaga

Es ist allgemein bekannt, dass der ecuadorianische Präsident, Rafael Correa, der internationalen Gesellschaft vor drei Jahren ein kreatives Angebot machte: Die enormen Ölreserven, die die Tiefen des Nationalparks Yasuní beinhalten (ca. 850 Millionen Barrel), nicht zu fördern, wenn Ecuador 50 Prozent der gesamten Summe, die dem Land sonst zustehen würden, als finanzielle Unterstützung für grüne Projekte von der Welt bekäme. Das Projekt hat einen schwierigen Weg hinter sich. Laut einiger Medien ist es Ecuador nun gelungen, den Vertrag mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) zu unterschreiben, wobei die Meldung zunächst umstritten zu sein scheint, denn die Vereinten Nationen äußern sich nicht dazu.

Auf Einladung der Rainforest Alliance besuchte eine Gruppe von internationalen Journalisten das ecuadorianische Amazonas-Gebiet, die so genannte Amazonía. Die Auswirkung der Ölindustrie auf die Natur dort ist verheerend und einschüchternd. Nur wer vor Ort gewesen ist, ist in der Lage, die Initiative von Präsident Correa bestens zu verstehen. Mit Ausnahme vom Yasuní-Park leidet die ganze Amazonía darunter, zum Beispiel auch der selten gewordene rosa Amazonasdelfin. Diese besondere Wal-Gattung aus dem Fluss Napo (eigentlich sind es keine echten Delfine!) musste sich ab der ölfördernden Stadt Francisco de Orellana aufgrund der starken Verschmutzung des Flusses stromaufwärts zurückziehen: Weiter oben sind die Gewässer noch sauber.

Ewige Flammen in der Amazonía ©Enrique G de la G

Ewige Flammen in der Amazonía ©Enrique G de la G

Obwohl es nicht planmäßig vorgesehen war, hatten wir das „Glück“, eine kleine Station des spanischen Ölunternehmens Repsol zu besichtigen, die direkt am Fluss Napo liegt. Wenn man dorthin kommt, trifft man auf den menschlichen Ehrgeiz: Mitten im Wald, wo sonst grüne Natur großzügig wächst, ragt das Düstere und Grauschwarze heraus. Es ist trist.

Vom Motorboot, mit dem wir auf dem Fluss fahren, oder von der 40 Meter hohen Plattform, von der wir die Vögel beobachten, entdecken wir auch Flammen. Aus wirtschaftlichen Gründen trafen die Ölunternehmen die Entscheidung, das Naturgas zu verbrennen, anstatt es zu lagern. Tatsächlich dürfte man diese ewigen Flammen, die uns an die Denkmäler für gefallene Helden erinnern, als ein ironisches Mahnmal für Millionen von Insekten verstehen, die selbst durch das Feuer den Tod finden.

Unterwegs mit dem Kanu der Sani Lodge ©Enrique G de la G

Unterwegs mit dem Kanu der Sani Lodge ©Enrique G de la G

Deshalb setzt sich die Rainforest Alliance für die Amazonía ein – nicht direkt im Yasuní-Park selbst, sondern auf der nördlichen Seite des Flusses Napo, der durch den Urwald in Richtung Südosten fließt. Wir übernachteten in zwei von der Rainforest Alliance beratenen Lodges (Napo Wildlife Center und Sani), die von Einheimischen geführt werden. Während sich die Sani Lodge eher für Backpacker und Abenteurer anbietet, ist das Napo Wildlife Center wie ein Vier-Sterne-Hotel im Wald. Unsere indigenen Gastgeber der Anangu Quichua-Gemeinde zeigten uns die Umgebung, Fauna und Flora. Wir besuchten auch eine Kakaoplantage. Eine Seltenheit, denn die meisten befinden sich an den Küsten von Ecuador und nicht im Regenwald.

So fördert die Rainforest Alliance verschiedene Projekte in Ecuador. Ein kleiner und doch bedeutungsvoller Kampf gegen weitere „Ewige Flammen“.

©Enrique G de la G

©Enrique G de la G

Enrique G de la G (31) kam aus Mexiko nach Deutschland, um hier seine Dissertation über Aristoteles zu schreiben. Inzwischen hat er sich von der antiken Philosophie befreit. Seit zehn Jahren arbeitet er für spanischsprachige Medien, und nun, da er sein Deutsch verbessert hat, auch für deutsche Wochen­zeitungen wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“, „Die Zeit“ und für die Kunstzeitschrift „Weltkunst“. Überdies führt er einen Blog (enriquegdelag.blogspot.com) , in dem er über Gott und die Welt schreibt. Er schwamm in einem Amazonas-See voller Piranhas und Kaimane, deshalb ist sein jüngster Held der Brite Ed Stafford (www.walkingtheamazon.com).“

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