Rainforest Alliance

Rainforest Alliance hilft dem Sumatra-Tiger

Sumatra Tiger (WWF International)

Sumatra Tiger (WWF International)

Zurzeit macht WWF International mit einer Plakataktion darauf aufmerksam, dass der Tigerbestand von 100.000 Tieren zu Beginn des letzten Jahrhunderts auf inzwischen nur noch 3.200 gesunken ist. Vom Sumatra-Tiger leben laut Schätzungen gerade mal noch 400 wild lebende Exemplare. Ihre Zufluchtsstätte ist der Burkit Barisan Selatan National Park (BBSNP) auf der Insel Lampung an der Südspitze Sumatras. Doch selbst dort schwindet ihr Lebensraum. Bauern und Zuwanderer dringen in das Gebiet, um dort Kaffee und anderes anzubauen. Die Rainforest Alliance arbeitet deshalb daran, im Rahmen ihres Programms für nachhaltigen Kaffeeanbau den Bauern außerhalb des Nationalparks Anbauflächen zu vermitteln, die sie legal bewirtschaften können. Zusätzlicher Nutzen: die nachhaltige Bewirtschaftung sichert den umweltschonenden Anbau und soziale Arbeitsbedingungen. Der WWF International unterstützt das Projekt, weil es außerdem ein wirksames Instrument ist, den Lebensraum für die Sumatra Tiger, aber auch andere gefährdete Wildtiere zu erhalten.

Für die Rainforest Alliance begleitet Peter Sprang, Manager nachhaltige Landwirtschaft für die Asien-Pazifik-Region, das Projekt.

Peter, was ist die Ursache für die illegale Besiedlung?

Peter Sprang: Die Bewohner in und um den Park sind meist aus Java zugewandert. Viele kamen bereits, bevor das Gebiet 1982 zum Nationalpark erklärt wurde. Sie fühlen sich nicht als illegale Siedler.

Welches Ausmaß hat die Besiedlung angenommen?

Durch die illegalen Siedler wurden fast 20 Prozent des Burkit Barisan Selatan National Parks in Farmland umgewandelt. Manche Farmer haben ihre Anbaufläche von außen sogar in den Nationalpark hinein ausgeweitet, obwohl sie wissen, dass sie ungesetzlich handeln. Die Tsunami-Katastrophe 2004 verstärkte den Bevölkerungsdruck auf entlegenere Gebiete nochmals.

Was kann man dagegen tun? Die Bauern leben ja nun mal von dem Anbau.

Bietet man den Bauern keine gleichwertige Alternative für ihren Kaffeeanbau außerhalb des Nationalparks, ist es unwahrscheinlich, dass sie „ihr“ Land im BBSNP aufgeben. Schließlich leben sie dort oft seit Generationen.
Wir, also die Rainforest Alliance und der WWF International, haben zusammen mit anderen NGOs in Lampung ein Projekt für nachhaltigen Kaffeeanbau ins Leben gerufen. Farmer erhalten Boni für nachhaltig angebauten Kaffee, und sie können an einem Zertifizierungsprogramm teilnehmen. Gelingt es, ausreichend Anreize zu schaffen und die Farmer gewaltfrei umzusiedeln, kann ein Teil der vormals landwirtschaftlich genutzten Areale zurückgewonnen werden.

Was ist, wenn die Bauern den Park nicht verlassen wollen?

Nicht alle Teile des Parks sind gleich wertvoll für den Erhalt der Biodiversität und den Schutz von Großtieren wie Tiger, Rhinozeros, Leopard und Elefant. Einige Gebiete kann man retten oder wiederherstellen, andere sind als Nationalparkgelände leider verloren.

Wie hilft die die Rainforest-Alliance-Zertifizierung den Bauern?

Die Rainforest-Alliance-Zertifizierung kann einen Anreiz bieten, Kaffee außerhalb des BBSNP anzubauen, eben weil sie Boni für nachhaltig angebauten Kaffee bietet und langfristig hilft, das Land fruchtbar zu erhalten und gute Ernten – in Qualität und Quantität – zu erzielen. So lernen die Bauern beispielsweise auf Pestizide zu verzichten und qualitätsverbessernde Pflegemaßnahmen anzuwenden. Sie sparen folglich Ausgaben und können obendrein bessere Preise auf dem Markt erzielt.

Worauf fußt die Rainforest-Alliance-Zertifizierung?

Ihr zugrunde liegt der SAN-Standard. Ein umfassender Kriterienkatalog, den die Rainforest Alliance zusammen mit anderen NGOs – dem Sustainable Agriculture Network (SAN), Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft – entwickelt hat. Für das Projekt in Lampung, bei dem mich eine Kollegin von Biocert unterstützt, ist besonders der Aspekt Mischkultur von Bedeutung, die der SAN-Standard ausdrücklich fördert. Denn auf diese Weise kann man den Einsatz von Agrochemikalien eindämmen. Auch die Haltung von Nutztieren ist hilfreich: Kühe und Ziegen fressen Gräser und Blätter und machen so Unkrautvernichter überflüssig. Ihrerseits liefern sie wertvollen Dünger.

2 thoughts on “Rainforest Alliance hilft dem Sumatra-Tiger

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