Landwirtschaft/On Tour/Rainforest Alliance

Starke Frauen Nigerias

“Es überrascht mich nicht mehr, dass die Frauen im Ondo Staat in Nigeria bei den Diskussionen rund um die Nachhaltigkeit von Landwirtschaft und Kakaoanbau eine zentrale Rolle einnehmen”, berichtet unser Manager für West Africa , Christian Mensah, der in Ghana zuhause ist. “Nach dem Besuch der COFA und meiner Beobachtung, dass die Frauen dort sehr engagiert sind, habe ich mich gefragt, was der Katalysator für die Beteiligung von Frauen nicht nur im Kakaoanbau selbst, sondern auch bei der Entscheidungsfindung in den Organisationen sein könnte. Es war mir immer bewusst, dass Bäuerinnen weniger Kontakt mit landwirtschaftlichen Beratungsstellen haben als Männer, ganz besonders an Orten, wo der Kontakt zwischen Frauen und Männern kulturell beschränkt ist. In vielen Fällen arbeiten in den Beratungsstellen Männer; diese reden fast ausschließlich mit männlichen Landwirten und nehmen an, dass die Informationen irgendwie auch zu den Frauen kommen würden. Wir alle wissen, dass dies nicht so einfach funktioniert: Landwirtschaftliches Wissen wird kaum bis gar nicht vom Ehemann an die Ehefrau kommuniziert. Die männliche Perspektive ignoriert zudem auch die Arbeitsbelastung, die Verantwortlichkeiten und die Zwänge, denen speziell Bäuerinnen ausgesetzt sind. In der Tat ist der Mangel an qualifizierten, weiblichen, landwirtschaftlichen Beraterinnen einer der wichtigsten Einschränkungen für die Arbeit mit Bäuerinnen.

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In Akure im Staat Ondo waren 8 von 25 Teilnehmern, die an unserer Ausbildung über die SAN-Standards und die Rainforest-Alliance-Zertifizierung teilnahmen, Frauen. Dies ist ein riesiger Schritt in Richtung Feminisierung des Kakao-Sektors in Nigeria. Diese Frauen haben eine Position als Feldtechnikerinnen bei Genossenschaften, bei lokalen NGOs, bei öffentlichen Beratungsdiensten oder bei Handelsunternehmen. Kein Wunder, dass jetzt immer mehr Kleinbäuerinnen den Weg zu den Beratungsstellen finden und so die neu entstehenden Kakaogruppen prägen.

In den Kakao produzierenden Ländern in West-und Zentralafrika, die ich bisher besucht habe, machten Frauen in der Regel nur etwa 10 Prozent der Berater und Trainer aus. Bei Gruppenkoordinatoren oder den technischen Aufsichtsbehörden war der Frauenanteil sogar noch geringer. Die Teilnahme von 8 Frauen, also knapp einem Drittel der Kursteilnehmer, in Ondo ebnet also den Weg für die Gleichstellung der Geschlechter in der nachhaltigen Kakaoproduktion.

Es gibt einen großen Bedarf an mehr qualifizierten und kompetenten Frauen in der Beratung. Dies ist eine willkommene Nachricht für die jungen Frauen in der nigerianischen Landwirtschaft. Frauen an Bord sorgen für schnellere Fortschritte, vermitteln Wissen zur Steigerung der Produktion und sorgen für den Technologietransfer zu den Bäuerinnen und Bauern.

Ich glaube, dass eine verstärkte Beteiligung von Frauen zudem eine bedeutende Auswirkung hat auf die Bedeutung der Anliegen der Frauen und ihrer Gruppen innerhalb der Gemeinde. Es gibt bereits eine positive Korrelation zwischen der Anzahl von Frauen als Technikerinnen und Gruppenkoordinatorinnen, die als Beraterinnen arbeiten, und der zunehmenden Zahl von Kakaobäuerinnen.

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Die Kleinbäuerinnen des Kakaosektors betreiben nicht mehr allein Subsistenzwirtschaft, sondern beteiligen sich am Verkauf des Kakaos für Bargeld und den Export – ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Einkommen und der Ernährungssicherheit ihres Haushaltes. Frauen geben außerdem einen deutlich höheren Anteil ihres Einkommens für Nahrung für die Familie aus, verglichen mit den Männern. Deshalb ist zu erwarten, dass wenn mehr Frauen bessere Verdienstmöglichkeiten haben und ihnen die Möglichkeit zur Entscheidungsbefugnis über die Ausgaben gewährt wird, sich auch die Ernährungssicherheit verbessert. Das bedeutet, je mehr Frauen in eine nachhaltige Kakao-Produktion einsteigen können und sich ihr Einkommen verbessert, desto mehr können Haushalte der Armut und der Nahrungsmittelknappheit entrinnen.

Ich kann nur stolz sein auf die Frauen und ihre Organisationen in Akure im Ondo Staat, die solche Fortschritte möglich machen.”

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