Rainforest Alliance

Vorhang auf! … für Zimt aus Indonesien

Chai-Tee, süßen Teilchen und auch manchem herzhaften Gericht würde der gewisse Geschmack fehlen, ohne die Rinde des Baumes “Cinnamomum Burmannii”. In Indonesien ist die Rinde des immergrünen Baumes als Kayu Manis bekannt. Uns ist das weltweit sehr beliebte Gewürz unter dem Namen Zimt geläufig.

In der indonesischen Region Kerinci darf inzwischen die weltweit erste Zimt-Plantage das  Rainforest-Alliance-Certified™-Siegel tragen. Auf der Insel Sumatra ist Kerinci ein beliebtes Urlaubsgebiet, ein wichtiges Zentrum der globalen Zimtproduktion, Heimat des höchsten Vulkans Indonesiens und einer der letzten Zufluchtsorte des vom Aussterben bedrohten Sumatra-Tigers.

Die erste Zimt-Plantage zertifiziert zu haben, ist ein großer Meilenstein. Ermöglicht wurde dieser, durch die fortwährenden Vermarktungsanstrengungen der Cassia Co-op, einem indonesischen Zimthändler, dessen europäische Niederlassung den Rainforest-Alliance-Certified™ Zimt einem internationalen Kundenstamm anbietet und ihn erfolgreich vermarktet. cinnamon-1

Alles eine Frage der Geduld

Die Zimtrinde wird nur einmal alle 10 bis 15 Jahre geerntet, sodass die meisten Farmer nur zwei oder drei Ernten miterleben. Die früheste Ernte kann etwa acht Jahre nach der Pflanzung stattfinden. Von den jungen Bäumen können dann ca. 5 kg trockener Zimt geerntet werden. In diesem frühen Wachstumsstadium des Baumes ist die Rinde noch sehr dünn und wird “gelockt” in engen Rollen vom Baum gewonnen. In den Handel kommen sie dann bei uns als „Zimtstangen”. Mit der Zeit wird die Rinde immer dicker, und es kann mehr geerntet werden. Ein Vorteil der dickeren Rinde ist, dass die flüchtigen ätherischen Öle in höherer Konzentration vorkommen und der Zimt einen reicheren, intensiveren Geschmack bekommt.
Ähnlich wie Bambus garantiert Zimt von sich aus eine nachhaltige Ernte. Zimt-Wälder wachsen ganz natürlich, ohne die Hilfe von Agrochemikalien und in Hamonie mit anderen Baumarten. Die Einheimischen nennen Zimt „das Gras Kerincis”, weil es unmittelbar nach dem Schneiden anfängt, wieder nachzuwachsen.

Die meisten indonesischen Zimt-Farmer bauen das Gewürz auf kleinen, abgelegenen Parzellen an, sogenannten Bidangs, neben anderen einheimischen Bäumen wie Surian, Jati und Malaku. Sie betrachten den Zimt als ein „Sparkonto”. Sie heben sozusagen nur von ihm ab, wenn zusätzliche Einnahmen notwendig sind. Dann wird für die Ernte ein Extra-Team engagiert. Häufig passiert das, wenn ein Farmer eine Hochzeit in der Familie finanzieren möchte.

Um den Zimt eines kompletten Bidangs zu ernten, müssen zehn Vollzeitbeschäftigte etwa einen Monat arbeiten. Der durchschnittliche Ernteertrag liegt bei 450 kg Zimt. Wie viel Ernte ein Bidang aber letztlich abwirft, variiert je nach Alter der Zimtbäume. Da die bewirtschafteten Grundstücke in der Regel außerhalb der Dörfer liegen, sind Wasserbüffel das präferierte „schwere Gerät“, um die Rinde zu den Sammelstellen in den Dörfern zu transportieren.

Zimt und die Zertifizierung

Zimt-Plantagen sind in der Regel gute Nachbarn für die Tier- und Pflanzenwelt, ihnen fehlt es oft nur an Effizienz und Organisation. Für die 268 Zimt-Farmer in Kerinci führte das Erfüllen der Anforderungen der Rainforest-Alliance-Zertifizierung zu einem beispiellosen Niveau an Professionalisierung in der Organisation der Landwirte und zu mehr Transparenz in der Lieferkette.

Cassia Co-op half den Farmern dabei, eine gründliche interne Verwaltung und Organisation zu implentieren – beides wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zertifizierung. Die Vorteile, die die Umstellung mit sich bringt, kann man den Betrieben und der lokalen Umwelt ansehen. Zum Beispiel sind jetzt die einzelnen Parzellen genau erfasst und zugeordnet. Wenn neue Landwirte der Gruppe beitreten möchten, kann sichergestellt werden, dass durch sinnvolle Clusterbildung auch Biokorridore entstehen, die den Lebensraum des Sumatra-Tigers zu wahren helfen.

Zimt wandert normalerweise durch viele Hände, bevor er in den Bearbeitungszentren ankommt und für den Export gereinigt und sortiert wird. In Kerinici hat Rainforest Alliance-Zertifizierung dazu geführt, dass die Komplexität der Lieferkette minimiert werden konnte. Heute verkaufen alle zertifizierten Betriebe in der Region über einen einzigen Großhändler ihren Zimt an Cassia Co-op. Auch der Händler wurde gemäß des SAN-Standards für Nachhaltige Landwirtschaft trainiert. Cassia Co-op zahlt Premium-Preise und leistet seinen Beitrag, die Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette sicherzustellen. Lokale Arbeiter sagen, sie bevorzugen Rainforest-Alliance-Certified Parzellen, weil sie pro geerntetem Kilogramm Zimt im Schnitt 9 Prozent mehr gezahlt bekommen.

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Die Entscheidung, die Farmer in ihrem Bestreben sich zertifizieren zu lassen, zu unterstützen, liegt perfekt im Einklang mit der Cassia Co-op Unternehmensphilosophie. “Wir glauben, dass Nachhaltigkeit mit einer fairen und effizienten Supply Chain beginnt “, erklärt Patrick Barthélemy, einer der Gründungsmitglieder der Genossenschaft. „Die Rainforest-Alliance-Zertifizierung konzentriert sich auf die Vorteile für die Erzeuger und unterstreicht dabei den Schutz der lokalen Umwelt.”

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