Biodiversität/Landwirtschaft/Rainforest Alliance

“Wir arbeiten daran, die landwirtschaftliche Produktivität und die Lebensbedingungen der Bauern zu verbessern”

Im zweiten Teil unseres Interviews mit Steven Retzlaff, Barry Callebaut, werfen wir einen Blick auf die Projekte des Unternehmens, und fragen, wie Barry Callebaut die Armut in den Kakao produzierenden Ländern bekämpft.

Steven Retzlaff von Barry Callebaut

Steven Retzlaff von Barry Callebaut

Barry Callebaut ist der grösste Abnehmer von Kakao von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen in der Elfenbeinküste: Wie läuft die Zusammenarbeit mit Rainforest Alliance?

Barry Callebaut hat schon lange eine Partnerschaft mit Landwirten in der Elfenbeinküste, um Kakao wirklich nachhaltig anzubauen und dadurch auch die Erträge und die Qualität zu verbessern. Wir sind stolz darauf, mit der Rainforest Alliance zusammenarbeiten, damit Landwirte, Genossenschaften und weitere bäuerliche Organisationen in den wichtigsten Kakaoanbauregionen ihre ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele erreichen und die biologische Vielfalt erhalten oder die Bodenerosion und die Wasserverschmutzung verhindern. Unser gemeinsames Ziel ist es, durch gemeinsame Anstrengungen das Land und die natürlichen Ressourcen für künftige Generationen zu erhalten. Barry Callebaut hat mitgeholfen, Tausende von Bauern in der Elfenbeinküste aus mehr als 60 Genossenschaften weiterzubilden, damit sie die Rainforest Alliance Certified-Zertifizierung erlangen können. Und unser wichtigster Partner in der Elfenbeinküste, der mit Kakaobauern in 292 Dörfern arbeitet, wurde im Dezember 2012 auch zertifiziert.

Was tun Sie, um die Armut in den Lieferländern zu lösen?

Wir haben auf dem Erfolg unseres im Jahr 2005 gestarteten Quality Partner Programms mit Genossenschaften in der Elfenbeinküste (und ab 2010 auch im Kamerun) aufgebaut: Im März 2012 haben wir eine neue globale Nachhaltigkeits-Initiative – Cocoa Horizons – gestartet. Diese Initiative wird dazu beitragen, die Herausforderungen zu meistern, mit denen sich die Landwirte in den wichtigsten Kakaoanbauregionen konfrontiert sehen. Wir wählten einen ganzheitlichen Ansatz mit Schwerpunkt auf landwirtschaftliche Anbautechnik, Bildung und Gesundheit. Wir werden zunächst in Kakaoanbaugemeinden in West- und Zentralafrika aktiv, planen aber, diese Initiative auch auf andere Regionen auszudehnen.

Wir streben an, durch gute landwirtschaftliche Praxis die Erträge pro Hektare zu verdoppeln. Zudem wollen wir die Kakao-Qualität durch optimierten Einsatz der Hilfsmittel, durch die Zertifizierung und durch fortgesetzte Beurteilung der jeweiligen Situation erhöhen. Unter dem Gesamtbegriff Bildung möchten wir die nächste Generation von Kakaobauern heranziehen, motivieren und fördern. Und, im Rahmen der Gesundheitsziele, wollen wir einen verbesserten Zugang zu sauberem Wasser und medizinischer Grundversorgung gewährleisten. Wir glauben, dass dieser ganzheitliche Ansatz den Landwirten die Möglichkeit bietet, über höhere Erträge und verbesserte Qualität des Kakaos mehr zu verdienen, während der Zugang zu Bildung, Wasser und zur Gesundheitsversorgung die Lebensbedingungen für die Landwirte und ihre Familien verbessert.

Wir beteiligen uns auch an Multi-Stakeholder-Initiativen:

• Das World Cocoa Foundation Cocoa Livelihoods Programm:  Ein Programm, das von 16 Unternehmen und der Bill & Melinda Gates Stiftung finanziert wird, will das Einkommen von rund 200.000 Kleinbauern in West-und Zentralafrika verdoppeln. Das übergeordnete Ziel des Programms ist es, gleichzeitig das Einkommen zu erhöhen und die lokale Weiterverarbeitung zu stärken.

• Die World Cocoa Foundation African Cocoa Initiative: eine öffentlich-private Partnerschaft, die mittels Stärkung der lokalen und nationalen Institutionen die Produktivität von 100.000 bäuerlichen Haushalte verdoppeln will und damit das Einkommen der Bauern um 150 bis 200%  zu heben anstrebt.

Herr Retzlaff, wir danken Ihnen für dieses Interview.

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