Rainforest Alliance

Kakao in der dunklen Jahreszeit

Pünktlich zur Adventszeit sind wieder alle Blicke auf die Schokolade, genauer: auf den Kakao in ihr, gerichtet. Eine Frage, die Redakteure und natürlich auch Verbraucher immer umtreibt, ist: Unter welchen Bedingungen wurde der Kakao angebaut und geerntet? Viel zu häufig ist von missbräuchlicher Kinderarbeit und ausbeuterischen Arbeitsmethoden zu hören. JACKSON-1138

Zuletzt hat sich die Dezember-Ausgabe des Öko-Test Magazins dem Thema angenommen. Unter dem Titel „Besser fairnaschen“ leitet das Magazin in die immanenten Probleme des Kakaosektors ein, ohne dabei die verschiedenen Lösungsversuche auszusparen. Von denen gab es über die Jahre sehr viele.

Angefangen bei dem Harkin-Engel-Protokoll, das 2001 von den US-Politikern Eliot Engel und Tom Harkin erarbeitet wurde, bis zu den verschiedenen Initiativen von Regierungen, Industrie und zahlreichen NGOs, die sich dem Thema angenommen haben; konnte letztlich keine Anstrengung die missbräuchliche Kinderarbeit komplett aus Westafrika vertreiben. Laut Öko-Test liegt der Grund in dem Scheitern vornehmlich darin, dass missbräuchliche Kinderarbeit nicht ein eigenständiges, isoliert zu lösendes Problem ist, sondern ein Symptom  der schlechten wirtschaftlichen Lage der Familien. Verschlechtert wir die wirtschaftliche Lage noch zusätzlich, wenn alte Kakaopflanzen und schlechte agrarische Methoden und Verfahren den möglichen Ertrag weit nach unten drücken.

Die Rainforest Alliance kennt die Probleme der afrikanischen. Seit Jahren arbeitet sie mit ihren Partnern vor Ort daran, für die weit verzweigten Probleme und Herausforderungen umfassende Lösungen anzubieten. Dabei sieht sie sich speziell in der Côte d’Ivoire besonderen Hürden gegenüber. Politische Unruhen bis hin zu Bürgerkrieg behinderten die Fortschritte im großen Ausmaß.

Dennoch treibt die Arbeit der Umweltschutzorganisation erste Früchte, so auch zu lesen in der aktuellen Pressemitteilung. Dank der Rainforest-Alliance-Zertifizierung und dem daran angeschlossenen Schulungs- und Trainingsprogramm werden auf immer mehr Farmen in Westafrika grundlegende Menschenrechte gewahrt und nachhaltiger Landbau praktiziert.

Auch die Redaktion des Öko-Test zollt dieser Entwicklung Respekt wenn Sie dazu rät: „Wer Schokolade genießen will, bei deren Herstellung die Beteiligten bemüht waren, missbräuchliche Kinderarbeit zu verhindern, sollte Schokolade mit den Zertifikaten von […] Rainforest Alliance kaufen.“ Denn: „Die Situation der Kakaofarmer und ihrer Familien kann sich nur verbessern, wenn ihr Einkommen steigt.“ Dass die Rainforest-Alliance-Zertifizierung ein geeigneter Weg ist, das Einkommen zu steigern, legt eine Studie näher, die das Magazin dafür heranzieht.

Wie Eric Servat jüngst in seinem Blogbeitrag schreibt, kann kein Siegel oder Programm zu 100 Prozent garantieren, dass es auf der jeweiligen Farm zu keiner Kinderarbeit kommt, aber es kann garantieren, dass auf dieser Farm umfassende Schulungen stattfinden. Diese Schulungen sind es dann, die auf lange Sicht helfen, die Missstände auf den Farmen zu beheben.

Ein Gedanke zu “Kakao in der dunklen Jahreszeit

  1. Pingback: Reaktion der Rainforest Alliance auf den Film „Shady Chocolate“ «

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