Was ist eigentlich REDD+?
Immer mal wieder taucht in den Pressemitteilungen der Rainforest Alliance „REDD+“ auf. Um zu erklären, was sich hinter der Abkürzung verbirgt, ist eine Pressemitteilung nicht der richtige Ort. Da sich die Rainforest Alliance aber immer mehr bei REDD+ engagiert, nehmen wir das als Anlass, das Programm kurz vorzustellen. (weiterlesen…)
Aktivitäten für Kinder
Das lange Christi-Himmelfahrt Wochenende liegt vor uns. Auch wenn die Tradition schon fast zu Ausflügen an dem Feiertag verpflichtet, sieht das aktuelle Wetter eher nach einem gemütlichen Tag in den heimischen vier Wänden aus. Eine gute Chance, mit den Kindern bei einer Tasse Tee (oder Kaffee) aus nachhaltigem Anbau eine Phantasiereise in die Tropen zu unternehmen. Eine kleine Inspiration, was es dort alles zu sehen gibt, geben die Malbuch-Seiten
auf der Homepage der Rainforest Alliance.
Von unserem Symbol, dem rot-äugigen-Laubfrosch, bis hin zu den exotischen Großkatzen und Insekten des Regenwalds bieten die Vorlagen Anreize, sich näher mit dem Thema Tropen und Nachhaltigkeit zu beschäftigen.
Und was wäre schließlich Nachhaltigkeit ohne die kommende Generation? Falls das Wetter doch noch schöner wird, kann die Malstunde natürlich auch gegen einen Besuch im Zoo eingetauscht werden.
Eine Anleitung zur Nachhaltigkeit
Manchmal verlangt es einfach ein anschauliches Bild, um darzustellen, warum nachhaltiges Handeln so unglaublich wichtig ist. Wenn zum Beispiel jeder Erdenbürger dem Lebensstil eines US-amerikanischen Durchschnittsbürgers folgen würde, bräuchte man insgesamt 5,5 Erden, um die Nachfrage nach Rohstoffen zu stillen. Zwar ist der durchschnittliche Deutsche zurückhaltender, was Ressourcen angeht. Mit 2,2 nötigen Erden verbraucht aber auch er immer noch mehr Ressourcen als ihm die eine Erde eigentlich liefern kann. Die Folge daraus ist, dass wir nicht von Erträgen, sondern von der Substanz der Erde leben. So steht es zumindest in dem Klappentext des „Praxisleitfaden Nachhaltigkeit und Biodiversität“, herausgegeben von Dr. Sylvia Pfaff, promovierte Lebensmittelchemikerin und Gründerin des FIS Europe.
Weiterlesen 9. Mai 2012 at 15:39 Hinterlasse einen Kommentar
Unser Frogcast – Teil 1 jetzt online
Das kleine Siegel mit dem grünen Frosch auf den Verpackungen im Supermarkt steht für einen nachhaltigen Anbau der Rohstoffe. Was aber hinter dem nachhaltigen Anbau steht, ist auf keiner Verpackung zu lesen. Teilweise schon über viele Jahre hinweg strengen sich die Farmer in den Tropen an und weisen immer wieder aufs Neue nach, dass sie die strengen Vorgaben des SAN-Standards für nachhaltige Landwirtschaft nicht nur auf dem Papier, sondern auch auf dem Feld befolgen. Damit ist eine große Herausforderungen verbunden: Wer sorgt wie dafür, dass die Kriterien des Standards in allen Ländern, in allen Kulturen und bei allen Pflanzen anwendbar sind?
Antworten auf diese Frage und viele weitere kann uns Kathrin Resak geben. Sie ist Technical Coordinator der Umweltschutzorganisation für Afrika und Asien. Im ersten Teil unserer Frogcast-Serie führen wir ein Interview mit ihr. Zu unserem Frogcast gelangt ihr hier.
Weltbiodiversitätsrat zieht nach Bonn
Zukünftig ist Bonn der Sitz des kürzlich gegründeten Biodiversitätsrats „Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services“ (IPBES). Die IPBES soll weltweit Informationen über den Zustand und die Entwicklung der biologischen Artenvielfalt sammeln und analysieren. Mit Hilfe der wissenschaftlichen Daten können die Experten des IPBES Umweltpolitiker beraten.
Die Entscheidung, das IPBES-Sekratariat in Bonn anzusiedeln, fiel auf einer UN-Versammlung in Panama. Deutschland konnte sich im vierten Wahlgang gegen Korea durchsetzen.
Mehr Kapazitäten für das Zertifizieren nachhaltig wirtschaftender Farmen
Jüngst veröffentlichte Zahlen bestätigen: Rohstoffe von Rainforest Alliance Certified™-Farmen erfreuen sich einer stetig wachsenden Nachfrage. Mit nunmehr 400.000 Farmen, die eine Fläche von insgesamt 1,5 Millionen Hektar nachhaltig bewirtschaften, ist es nur konsequent, wenn das Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft (SAN) die bislang auf die Sustainable Farm Certification (SFC) konzentrierte Zertifizierungskompetenz unter strengen Auflagen auch für andere Partner öffnet. Der International Organic Accreditation Service (IOAS) wurde daher damit beauftragt, weitere Zertifizierungsorgane zu schulen und für die Rainforest Alliance Certified™-Zertifizierung zu akkreditieren. Die erste Phase des Akkreditierungsprozesses ist jetzt abgeschlossen. So kann das SAN nun dazu übergehen, die zunächst vier neuen bestätigten Organe in den Zertifizierungsverlauf einzugliedern. Akkreditierte Zertifizierer neben dem SFC sind Africert (Kenia), PPS (Mexiko), NaturaCert (Kolumbien) und Imaflora (Brasilien). Der Zeitplan sieht vor, dass die Implementierung der neuen Zertifizierungsorgane im Juni 2012 abgeschlossen sein wird. Ab dann werden die fünf offiziell registrierte Organe Zertifikate für Farmen, Farmgruppen und für Übereinstimmungen innerhalb der Produkt- und Produktionskette prüfen und ausstellen. Zudem wird es ab dann die Möglichkeit geben, sich als weiterer Zertifizierer zu bewerben.
Der bereits tätige Zertifizierer Sustainable Farm Certification (SFC) sowie die vier neuen Organe beweisen mit der Akkreditierung durch das IOAS die Qualität ihrer Arbeit. Sie prüfen gemäß der internationalen Norm ISO65 und gemäß den rund 100 strengen Kriterien des SAN-Standards für nachhaltige Landwirtschaft. Das IOAS ist die unabhängige, für Akkreditierungen zuständige Unterorganisation des International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM), der international größten Vereinigung der ökologischen Landbaubewegung.
Die Rainforest Alliance und ihre Partner im Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft (SAN) lehnen Jetset-Audits ab, bei denen wenige Auditoren weite – teils interkontinentale – Strecken ein- und ausfliegen müssen. Audits als Voraussetzung für eine erfolgreiche Zertifizierung sollten vielmehr von anerkannten Institutionen durchgeführt werden, die dafür so kurze Wege wie möglich zurücklegen müssen, weil sie beispielsweise schon vor Ort aktiv sind.
Nähere Informationen zum Stand des Projekts und zu den Möglichkeiten, Zertifizierer zu werden, gibt es auf der Homepage des SAN http://www.sanstandards.org.
SAN-Standard auf Erfolgskurs: Immer mehr Farmer in den Tropen bauen Tee, Kaffee oder Kakao nachhaltig an
Die Rainforest Alliance meldet für das Jahr 2011 deutliches Wachstum in allen Sektoren. Was uns nicht nur als Organisation freut, sondern auch stellvertretend für die vielen Farmarbeiter und ihre Familien. Das ist auch eine gute Nachricht für die tropische Tier- und Pflanzenwelt in den betreffenden Anbaugegenden. Denn unser Wachstum bedeutet, dass mehr Farmen gemäß dem Standard für nachhaltige Landwirtschaft (SAN-Standard) anbauen und dadurch mehr Ökosysteme geschützt werden können.
Nachhaltige Landwirtschaft:
Im vergangenen Jahr bewirtschafteten 250.000 Farmer eine Fläche von insgesamt 1,1 Millionen Hektar nachhaltig – gemäß den Richtlinien des Sustainable Agriculture Network-Standard (SAN-Standard). Sie dürfen für ihre Erzeugnisse das Siegel Rainforest Alliance Certified™ führen. Das entspricht einem Wachstum von 205 Prozent bezogen auf die Anzahl der Erzeuger und einem Plus von 55 Prozent bezogen auf die bewirtschaftete Gesamtfläche. Die Zahl der Unternehmen, die Rainforest-Alliance-Certified-Rohstoffe kaufen oder Produkte verkaufen, die Rohstoffe von zertifizierten Farmen enthalten, stieg um 20 Prozent bzw. plus 500 Unternehmen auf nunmehr rund 3.000.
Tee
Das Volu
men an nachhaltig erzeugtem Rainforest-Alliance-Certified-gesiegeltem Tee wuchs auf über 425.000 Tonnen. Das entspricht 9,4 Prozent der globalen Teeproduktion und mehr als einer Verdreifachung gegenüber 2010. Mehr als 260.000 Kleinbauern in Kenia, Ruanda und Uganda sind mittlerweile zertifiziert. Die Nachfrage nach Rainforest-Alliance-Certified-Tee war insbesondere in England wieder stark. Dort haben mittlerweile große Marken wie Yorkshire-Tea, Twinings, Tetley und PG Tips (Unilever) auf nachweislich umwelt- und sozialverträglich angebauten Tee umgestellt, und damit auch auf das Siegel mit dem grünen Frosch. Auch die größte Marke Kontinentaleuropas, Teekanne, hat damit begonnen, Tee von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen zu beziehen. Die ersten Produkte sind nun u. a. in Deutschland auf dem Markt. Dazu gibt es hierzulande wie auch in der Schweiz zunehmend ein Angebot von Lipton-Tee aus nachhaltigem Teeanbau.
Kaffee
Im Jahr 2011 wurden mehr als 245.000 Tonnen Rainforest-Alliance-Certified-Kaffee erzeugt – ein Plus von 20 Prozent gegenüber 2010. Das Verkaufsvolumen stieg um 13 Prozent auf annähernd 130.000 Tonnen Kaffee. Für Europa bezieht Emmi nunmehr 100 Prozent des für Emmi Café Latte benötigten Kaffees von Rainforest-Alliance-zertifizierten Farmen. Auch Tchibo und Kraft Foods erweiterten ihr Angebot und ihre Selbstverpflichtungen. Darüber hinaus hat Japan Airlines damit begonnen, auf allen Inlandsflügen und sämtlichen internationalen Verbindungen nur noch Kaffee mit dem Siegel „Rainforest Alliance Certified“ auszuschenken.
Kakao
Über 98.000 Tonnen Kakao wurden 2011 gemäß SAN-Standard erzeugt – ein Wachstum von 75 Prozent gegenüber 2010. Das entspricht etwa 2,7 Prozent der globalen Kakaoproduktion. Nach England wird Mars nun auch in den USA seine Marke Dove auf Kakao von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen umstellen. In Australien trägt die Marke Mars fortan das Siegel mit dem grünen Frosch. In Deutschland führte Unilever zunächst zwei Magnum-Varianten ein, für die Rainforest-Alliance-Certified-Kakao verwendet wird: Magnum Ghana und Magnum Ecuador. Weitere Produkte werden folgen. Zudem führte Lidl ein Angebot an Premiumflachtafeln ein, das Kakao von zertifizierten Farmen enthält. Ein weiterer Höhepunkt war die Unterzeichnung der „Rainforest Alliance Climate Cocoa“-Vereinbarung mit Olam International Ltd., einem international führenden Händler und Verarbeiter von agrarischen Rohstoffen, in Ghana. Das UNEP-GEF-Programm „Greening the Cocoa Industry“ liegt weiterhin voll im Zeitplan.
Rooibos, Vanille und mehr
2011 wurden zwei neue agrarische Rohstoffe in die Liste der Landwirtschaftsprodukte aufgenommen, für die Farmer eine Zertifizierung gemäß SAN-Standard anstreben können: Rooibos und Vanille. Hier gibt es erste Projekte in Südafrika und Madagaskar.
Mittlerweile findet der SAN-Standard Anwendung auf über 40 landwirtschaftliche Erzeugnisse der Tropen. Überdies ist gegenwärtig eine Standard-Adaption für den nachhaltigen Anbau von tropischen Gewürzen in Vorbereitung.
Darüber hinaus wurde die Online-Trainingsplattform www.sustainableagriculturetraining.org gestartet, die derzeit 19 Trainingskurse offeriert und rund 150 verschiedene Schulungsunterlagen bereithält.
Klimawandel:
Das anhaltende Roden von Wäldern verursacht aktuell etwa 17 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Wälder zu erhalten und damit ihre Speicherfähigkeit von Kohlenstoff zu bewahren, kann entscheidend dazu beitragen, den Klimawandel abzuschwächen. Die Rainforest Alliance weist nachdrücklich auf die Bedrohungen hin, die aus dem fortschreitenden Klimawandel erwachsen. Insbesondere die tropische Landwirtschaft ist vom globalen Temperaturanstieg dramatisch betroffen, der die wirtschaftliche Existenz und Lebensgrundlage von Millionen Bau
ern und ihrer Familien entlang des Tropengürtels bedroht. Gleichzeitig können Farmer dazu beitragen, die Folgen des Klimawandels zu mildern, indem sie eigen verursachte Emissionen gezielt reduzieren, bestehende Waldflächen erhalten oder Wald wieder aufforsten. Im vergangenen Jahr verifizierte die Rainforest Alliance die ersten beiden Kaffeefarmen, die den neuen „climate friendly“-Standard des SAN-Klimamoduls erfüllen: El Platanillo in Guatemala und Daterra in Brasilien.
Zur Arbeit der Sektion „Klimawandel“ der Rainforest Alliance gehört auch, als unabhängige Instanz sogenannte Wald-Kohlenstoffspeicher-Projekte zu evaluieren und zu validieren. Im Verlauf des Jahres 2011 konnten 13 weitere solcher Projekte verifiziert oder validiert werden. Mittlerweile validierte die Rainforest Alliance über 1 Million Hektar Waldfläche in 17 Ländern und verifizierte CO2-Emissionsreduktionen mit einem Äquivalenzwert von rund 155.000 Tonnen CO2.
Wie sich die Marktanteile von Kaffee, Kakao und Tee auf dem Weltmarkt verteilen, illustriert die folgende Graphik:
Von der Kakaobohne zum Schoko-Ei
Bei all den Schokoladeneiern und -hasen, die an den Osterfeiertagen versteckt und verzehrt werden, dachten wir, es braucht einen besonders schokoladigen Blogbeitrag…
Eine kurze Kakaohistorie
Kakao ist eine der ältesten Kulturpflanzen und kommt ursprünglich aus dem Amazonasbecken in Südamerika. Er verbreitete sich nördlich bis Mexiko. Indigene Völker glaubten, die Götter hätten den Kakao gepflanzt. Kakaobohnen waren so wertvoll, dass sie bis ins 19. Jahrhundert als Währung genutzt wurden. Azteken und Maya bereiteten als erste xocolatle zu – eine Heiße Schokolade, die mit Vanille oder Chili aromatisiert wurde.
Ecuador war einst der primäre Produzent für Kakao. Inzwischen kommen über 80 Prozent des Kakao aus westafrikanischen Staaten wie der Elfenbeinküste oder Ghana. Nach Kaffee und Zucker ist Kakao das am häufigsten gehandelte Agrarprodukt. (weiterlesen…)
Podcast-Serie: startet nach Ostern
Künftig interviewt die Frogblog-Redaktion Kolleginnen und Kollegen der Rainforest Alliance, um beispielsweise über die Herausforderungen einer nachhaltigen Landwirtschaft und nachhaltiger Tourismusangebote in den Tropen zu berichten. Die Gespräche werden als Podcasts in loser Folge auf dieser Seite veröffentlicht. Die Serie startet nach Ostern. Den Anfang macht Kathrin Resak, Technical Coordinator der Umweltschutzorganisation für Afrika und Asien.
Eine Einführung von Sascha Tischer können Interessierte bereits anhören. Dafür einfach auf das nachfolgende Foto klicken.
Teekanne unterstützt die Rainforest Alliance
Seit sich die Rainforest Alliance vor 25 Jahren gründete und sich Anfang der 1990-er Jahre vornehmlich aus Costa Rica heraus mit der Entwicklung eines Zertifizierungsprogramms für nachhaltige Landwirtschaft begann, hat sie zum Wohlergehen von Millionen Bauern und Farmarbeitern sowie zum Erhalt von Lebensräumen für zahlreiche wildlebende Tier- und Pflanzenarten beigetragen.
Unterstützt wird das Engagement durch viele langjährige und erfolgreiche Kooperationen mit Unternehmen. Sie beteiligen sich teils überaus engagiert an der verpflichtenden Umstellung agrarischer Praktiken — von konventioneller auf eine nachweislich nachhaltige Landwirtschaft. Das Düsseldorfer Unternehmen Teekanne unterstützt nun als erster deutscher und führender Markentee-Anbieter die Arbeit der Rainforest Alliance.





